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18.09.2011 Sandra, 2008/2010 "Aber die zwei Jahre an der ARS waren viel mehr als nur ein Mittel zum Zweck"... » mehr 05.08.2011 Liebe Ehemalige Neues Redaktionssystem!... » mehr
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Sandra, 2008/2010"Aber die zwei Jahre an der ARS waren viel mehr als nur ein Mittel zum Zweck"
Ich bin eigentlich nur durch einen Zufall an der Abendrealschule Schorndorf gelandet. Eine andere Abendrealschule, näher an meinem Wohnort, hatte mir kurz vor Schulbeginn abgesagt, weil der Kurs zu voll war. Das war schlimm für mich, weil ich mit 20 zu alt für eine normale Schule war und unbedingt endlich meinen Abschluss nachholen wollte.
Als ich nach anderen Abendschulen in Baden Württemberg gesucht habe, bin ich auf die Homepage der Abendrealschule Schorndorf gestoßen, habe angerufen - und hatte eine halbe Stunde später die ausgedruckten und ausgefüllten Anmeldeunterlagen in der Hand.
Das war 2008. Zwei Jahre später hatte ich mein Abschlusszeugnis in der Hand und außerdem, dank Unterstützung der ARS-Lehrer, die Anmeldebestätigung für ein privates Gymnasium, auf dem ich seither bin. 2013 werde ich mein Abitur machen.
Vor dem ersten Schultag in Schorndorf habe ich mir lauter Gedanken gemacht: Wie sind die anderen Leute, wie sind die Lehrer, komme ich im Unterricht mit (Mathe!), will ich wirklich fast jeden Abend in der Schule verbringen, ist das überhaupt der richtige Weg, schaffe ich das?!
Aber die zwei Jahre an der ARS waren viel mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Natürlich ging es um Mathe, Englisch und Co., um Klassenarbeiten und wann endlich die nächsten Ferien anstehen. Und natürlich musste ich aufpassen, lernen und Hausaufgaben machen. Aber so gut geklappt und Spaß gemacht hat das Ganze vor allem, weil wir von Lehrern begleitet wurden, die sich mit Leidenschaft und Engagement für uns eingesetzt haben – leider Fremdworte an den meisten staatlichen Schulen. Wir haben immer gemerkt, dass sie freiwillig und aus Überzeugung an der ARS unterrichten und ihnen jeder einzelne Schüler am Herzen liegt.
Ich denke immer noch gerne an die Zeit zurück, vermisse sie sogar manchmal ein bisschen. Denn was im Gedächtnis bleibt, sind nicht die Momente, in denen ich keine Lust zum Lernen hatte oder am liebsten einen Tag geschwänzt hätte, sondern die, in denen wir gelacht und diskutiert haben, auf Exkursionen waren, Erfahrungen gemacht oder Sachen (kennen) gelernt haben, die wir davor nicht einmal interessant fanden und die mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind.
So ein menschliches Umfeld in der Schule, wo es nicht nur um die 45 Minuten Unterricht geht und darum, schnell wieder weg zu kommen, macht es ziemlich einfach, durchzuhalten und am Ball zu bleiben. Schließlich geht es nicht darum, die Zeit totzuschlagen, sondern um euer Leben und wie ihr das in Zukunft verbringen wollt …
Wenn ihr also darüber nachdenkt, hier den Realschulabschluss (nach) zu machen, dann traut euch und zieht das Ganze durch!
Sandra Maier / 18.09.2011
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